Kommunalpolitisches Programm der Heroldsberger SPD für 2020 - 2026

03. November 2019

Präambel

Heroldsberg ist ein beliebter Wohn- und Arbeitsort. Dies erfordert eine klare Zielsetzung der Kommunalpolitik mit sozialer Sensibilität, behutsamer Weiterentwicklung der vorhandenen Ressourcen und ökologischer Weitsicht. Unsere zukünftige Entwicklung muss aktiv vorangetrieben werden unter den Prämissen wie Schaffung wohnortnaher Arbeitsplätze, bezahlbarem Wohnen und einer optimalen Infrastruktur (sozial, kulturell, räumlich). Heroldsberg muss seine Vielfalt der Vereine und des gesellschaftlichen Lebens bewahren und seine sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten weiterentwickeln.

Programmatisch sieht die SPD Heroldsberg drei besondere Herausforderungen. So müssen wir unsere ökologischen und energetischen Ziele neu bestimmen und konsequenter verfolgen. Unsere Infrastruktur liegt uns besonders am Herzen. Hier werden wir neue Konzepte erarbeiten, welche sozial ausgewogen, bürgerfreundlich und für uns alle bezahlbar sind.

Ein wichtiger Bereich in den nächsten Jahren wird die Schaffung bezahlbaren Wohnraums sein. Ohne diesen wird unsere Jugend ihrer Chancen hier am Ort beraubt, werden wir qualifizierte Arbeitsplätze weder schaffen noch besetzen können und werden die Menschen im Alter aus unserem Ort wegziehen müssen.

CO2-neutrales Heroldsberg als Ziel

Möglichkeiten der Energieversorgung

Laut Energienutzungsplan der Energieagentur Nordbayern für Heroldsberg liegt der derzeitige Anteil der regenerativen Energieerzeugung (zum Großteil Photovoltaik) bei 3% (1.030 MWh/a); das Potential der Photovoltaik in Heroldsberg liegt bei 19.130 MWh/a.

Wir wollen es ermöglichen, den Anteil der regenerativen Energie um den Faktor 20 zu erhöhen. Der Anteil der im Januar 2015 auf 152 bezifferten PV-Anlagen soll mit den nachfolgenden Maßnahmen verzwanzigfacht werden.

  • Schaffung der Stelle eines Energieberaters (Projektleiter für „CO2 neutrales Heroldsberg“) für die Marktgemeinde als initiierende, beratende Instanz der „Heroldsberger Energiewende“, der für die folgenden Projekte und Ideen zuständig ist.

  • Solarfeld bei der Ausfahrt B2 Mitte

  • Gründung einer Energiegenossenschaft mit Beteiligung der Marktgemeinde, Gewerbe/Industrie und Privatleuten. Diese zahlen in einen Topf ein, durch welchen Photovoltaik finanziert wird

  • Unter dem Stichwort dezentrale Energiewende wird Strom zwischen den Genossenschaftsmitgliedern je nach Bedarf getauscht anstatt den weniger lukrativen Weg der Einspeisung ins Netz zu nehmen

  • Durch die Energiegenossenschaft werden die Energiekosten für den Einzelnen günstiger, da die Kommune mitfinanziert und durch die genossenschaftliche Herangehensweise die Energieversorgung nicht auf Gewinn sondern auf Nutzen ausgelegt ist.

  • Abschaffung kommunaler Subventionen für fossile Energie (Brennwerttechnik Öl bzw. Gas)

  • Photovoltaik für den Balkon

Möglichkeiten der Infrastruktur

  • Konsequente Ausrichtung neuer Bebauungspläne auf Klimaschutz (soweit gesetzlich möglich), z.B. durch ein Verbot fossiler Heizsysteme oder dem Aufbau eines solaren Nahwärmenetzes

  • Förderung und Ausbau Radverkehr

  • Bau eines Radwegs nach Nürnberg

  • Verbindung schaffen zwischen Kirchenweg und Lange Gasse

  • Fahrradabstellmöglichkeiten Bahnhof Heroldsberg auf Seite „Am Bühl“ sowie Überdachte Fahrradständer am Bahnhof und an der Schule (auch für e-Bikes)

  • Fahrradstreifen an der Hauptstraße

  • Sportplatzweg wird zum verkehrsberuhigten Bereich umgebaut

  • Gräfenbergbahn bekommt morgens einen Halbstundentakt

  • Verkehrsberuhigung der Hauptstraße

  • Elektroladestationen an der Ortsbeleuchtung installieren; Kostenpunkt 300 Euro pro Exemplar

Sonstiges

Förderung von Aufforstungsprojekten in Zusammenarbeit mit Heroldsberger Waldbesitzern und dem Staatsforst

Wir wollen eine deutliche Kohlenstoffreduzierung für Heroldsberg als Schritt Richtung Klimaneutralität

Infrastruktur

Bildungsgemeinde Heroldsberg

  • Wir wollen eine 100 %-Abdeckung bei Ganztagsklassen und Hort.

  • Heroldsberger Auszubildende sollen die Berufsschulen in Nürnberg besuchen nicht im Landkreis ERH. Dazu werden wir ein Konzept zu Schülerströmen aus Heroldsberg (alle Schultypen) erarbeiten.

  • Realschule für Heroldsberg gemeinsam mit einem Kooperationspartner (z.B. Veit Stoß oder Markt Eckental) zur Reduzierung der Wege für Schülerinnen und Schüler (Stichwort wohnortnahe Schule)

Verkehrsprogramm (Verkehrsknoten Heroldsberg)

  • Sichere Wege und Überwege für Jung und Alt (inkl. behindertengerechter Gestaltung) in Heroldsberg schaffen (u.a. Sportplatzweg, Wege zum Schwimmbad und zur Schule)

  • Schustergasse autofrei machen. Hol- und Bringverkehr reduzieren.

  • Querungen an diversen Stellen im Ortsgebiet verbessern/absenken

  • 30 km/h in ganz Heroldsberg

  • Bahnverbindung auf der Gräfenbergbahn halbstündig oder im 20 min Takt; Anbindung der Bahnlinie muss attraktiver werden

  • Verbesserung des P&R System in Heroldsberg und Großgeschaidt

  • Parkmöglichkeiten am Bahnhof (neben Bürgersaal und Rathaus) besser ausschildern (häufig ist nicht klar, dass auch im hinteren Bereich geparkt werden darf)

  • Engere Zusammenarbeit mit angrenzenden Gemeinden und Städten. Z. B. gemeinsame Planung zur Reduzierung des Verkehrs in Ziegelstein und bessere Anbindung mit der RB

  • Behindertengerechter Ausbau und Gestaltung des Bahnhofs

Gesellschaft / Gestaltung öffentlicher Raum (Raum für Menschen)

  • Verbesserung der Vernetzung im Bereich der Pflegeangebote

  • Förderung von Projekten wie Wohngruppen für Senioren, Demenzwohngruppen und der Tagespflege.

  • Ehrenamt ist ehrenwert! Schülerlotsen/Bücherei und viele mehr.

  • Plattform für ehrenamtliche Tätigkeiten in Heroldsberg schaffen, für Menschen die sich engagieren wollen und die Unterstützung benötigen.

  • Verbesserung der Vernetzung im ehrenamtlichen Bereich.

  • Spielplätze für Kinder und Familien. Renovieren der bestehenden Anlagen und neue bauen.

  • Aufenthaltsräume, Möglichkeiten schaffen für Kinder und Jugendliche (Bauwagen, Sitzgelegenheiten)

  • Vereinshausnutzung garantieren oder neue Möglichkeiten schaffen für den „Dorftreff“

  • Bau eines sog. „Rettungszentrums“ für die Feuerwehren in Groß- und Kleingeschaidt zusammen mit der Rettungswache des BRK. Förderung des Gemeinschaftsgedankens.

  • Wir schaffen die Möglichkeiten um Wochenmärkte, Handwerkermärkte, Jobmessen, etc. zu etablieren (den regionalen Einzelhandel besser präsentieren und Anbieter vor Ort „ins Boot holen“)

  • Straßenfest wieder mehr dem regionalen Einzelhandel öffnen, Unternehmen in Heroldsberg als Aussteller gewinnen, zentrierter im Ort aufstellen.

  • Auflage eines Programms für den Felsenkeller zur evtl. Nutzung als Weihnachtsmarkt oder ähnliches.

  • Thematische „anbeRAUMung“ von Stammtischen („Gewerbestammtisch“, „Öko-Stammtisch“, „Sportstammtisch“, etc.)

Bezahlbares Wohnen für Heroldsberg

Die Wohnungsmarktsituation in Heroldsberg hat einen nicht mehr hinnehmbaren Stand erreicht. Für Bauland, Häuser und Wohnungen werden größtenteils Fantasiepreise verlangt. Der Mietwohnungsbau ist vollständig zum Erliegen gekommen. Folgende Maßnahmen sollen dabei helfen, dies zu ändern.

  • Aufbau eines Projektes für bezahlbares Mietwohnen im Neubaugebiet Reichswaldstraße in der Verlängerung Sudetenstraße bis Obere Bergstraße

  • Erweiterung des gemeindlichen Engagements bei der Wohnbaugenossenschaft sowohl beim Erwerb gemeindlicher Anteile als auch bei der Geschäftsführung

  • Schaffung eines Einheimischenmodells. Junge Familien müssen durch bezahlbaren Wohnraum im Ort gehalten werden.

  • Schaffung einer Wohnraumbörse, welche Ausgleichsangebote für ältere Mitmenschen mit viel Wohnraum und jungen Familien mit wenig Wohnraum vermittelt.

  • Änderung der Baulandpolitik bei Ausweisung neuer Baugebiete mit dem Vorrang des Baus von Mehrfamilienhäusern. Besondere Berücksichtigung sollen dabei Wohnprojekte für Senioren, junge Menschen und junge Familien finden.

  • Erwerb von Grundstücken durch die Marktgemeinde mit dem Ziel, den sozialen Wohnungsbau zu ermöglichen und zu forcieren.

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